Dachpappe selber verlegen: Zweilagige Eindeckung für das Pultdach

Eine zweilagige Abdichtung aus besandeter Dachpappe und Bitumenschweißbahn bietet optimalen Witterungsschutz für das Gartenhaus-Pultdach. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Dachpappe richtig verlegen und verschweißen.

1. Vorbereitung und seitlicher Dachabschluss

Seitlicher Abschluss für das Pultdach

Nachdem die Dachschalung komplett vernagelt war, mussten vor dem Verlegen der Dachpappe zunächst die Dachseiten gerade abgeschnitten werden. Hier kamen Handkreissäge und Schlagschnur zum Einsatz.

Anschließend wurde ein 24 mm starkes Brett auf die Breite von 10 cm geschnitten und so vor die Stirnseite und die Seiten (nicht an die Traufe) des Daches genagelt, dass das Brett die Schalung nach oben um ca. 5 cm überragte. So entstand ein sauberer seitlicher Abschluss des Pultdaches.

Danach konnten wir damit beginnen, die erste Lage Dachpappe zu verlegen. Zunächst wird eine Schicht besandete Dachpappe (R330) verlegt, auf die wir anschließend eine Schicht Bitumenschweißbahn aufschweißen.

2. Erste Schicht Dachpappe vernageln (R330)

Erste Bahn Dachpappe an der Traufe verlegen

Wir haben an der Traufe – der niedrigsten Stelle des Daches – mit dem Verlegen der Dachpappe begonnen, da die nachfolgenden Bahnen die jeweils untere um 15–20 cm überlappen sollen, um das Wasser sicher abfließen zu lassen.

An der Traufe haben wir die Dachpappe ca. 15 cm überstehen lassen. Keinesfalls sollte die Dachpappe bündig mit der Dachschalung abgeschnitten werden, da sonst abfließendes Wasser in die Schalung eindringen kann.

Die Befestigung der ersten Schicht Dachpappe erfolgte mit 30 mm verzinkten Dachpappennägeln.

Erste Schicht Dachpappe vollständig verlegt

Da die Schalung nur 22 mm dick ist und die Nägel durch die Schalung hindurchgehen, haben wir die Dachpappe nur dort vernagelt, wo unter der Schalung die Dachsparren liegen.

War das Ende einer Bahn erreicht, wurde mit der nächsten Bahn mit einer Überlappung von ca. 20 cm weitergemacht. Es empfiehlt sich, die neue Bahn über einem Sparren beginnen zu lassen, um diese gut mit den Dachpappenstiften zu befestigen.

An den Seiten wurde die Dachpappe über das senkrechte Abschlussbrett hinausgeführt und mit diesem ebenfalls durch Dachpappennägel verbunden.

3. Zweite Schicht Schweißbahn verschweißen

Zweite Schicht Bitumenschweißbahn verschweißen

Nachdem die erste Lage Dachpappe befestigt war, haben wir ebenfalls an der Traufseite begonnen, die zweite Schicht auf die erste Schicht zu schweißen. Die zweite Schicht Dachpappe bestand aus einer talkumierten Bitumenschweißbahn. (Tipp: Beschieferte Schweißbahn ist etwas teurer, aber noch widerstandsfähiger.)

Die Schweißbahn wurde mit einem Gasbrenner erhitzt, Stück für Stück ausgerollt und mit dem Fuß angedrückt. Hier war besonders sorgfältig zu arbeiten: Die Schweißbahn war genau so weit zu erhitzen, dass die untere Schicht anlöst und sich gut mit der ersten Schicht verbindet.

Bitumenschweißbahn mit dem Gasbrenner erhitzen

Hier muss man darauf achten, dass die Schweißbahn nicht zu stark erhitzt wird. Sonst wird auch die Oberfläche ziemlich weich und man sieht nach dem Andrücken mit dem Fuß das Profil der Schuhe. Im ungünstigsten Fall ist die obere Lage dann nicht mehr wirklich dicht.

4. Abschlussarbeiten und nützliche Tipps

Auch die Bitumenschweißbahnen überlappen sich um ca. 20 cm.

Anschließend haben wir die Ränder abgeschnitten und auf die seitlich angebrachten Bretter eine 4x6 cm Dachlatte geschraubt. Danach wurden die Holzteile gestrichen. Tipp: Mittlerweile würden wir für den Dachabschluss entsprechend abgekantete Ortgangbleche empfehlen.

Eine schöne Alternative ist das Gründach, das allerdings auch höhere Ansprüche an die Unterkonstruktion stellt. Eine weitere Beschreibung zum Abdichten eines Carports mit Dachpappe und Schweißbahn ist bei unserer Anleitung zum Carport selber bauen zu finden.

Nachdem das Dach dicht war, konnten wir mit dem Einbau der Fenster in das Gartenhaus fortfahren.

5. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Dachpappe eignet sich als unterste Schicht?

Als unterste Schicht (Nagellage) eignet sich eine besandete Dachpappe wie die Typsorte R330. Sie lässt sich leicht festnageln und schützt die unterliegende Holzschalung vor direkter Flammeinwirkung beim Verschweißen der zweiten Lage.

Wie weit muss Dachpappe beim Verlegen überlappen?

Die Bahnen sollten sich sowohl bei der untersten Lage als auch bei der Schweißbahn um mindestens 15 bis 20 cm überlappen, damit Regenwasser stets sicher ablaufen kann.

Warum darf die Schweißbahn nicht zu stark erhitzt werden?

Bei zu hoher Hitze verflüssigt sich die Oberflächenbeschichtung der Schweißbahn zu stark. Beim Festtreten entstehen tiefe Schuhabdrücke, welche die Schutzschicht schwächen und das Dach undicht machen können.