Ein kleine Undichtigkeit kann zu einem grossen Wasserschaden führen. Ein Erfahrungsbericht zu Folgen, Reparatur und zur Gebäudeversicherung
Wasserschaden beheben

Wasserschaden im Hauswirtschaftsraum

Auch kleine Mengen Wasser können über längere Zeit erheblichen Schaden anrichten

undichte Dichtung

Einen Wasserschaden selber reparieren

Eines schönen Tages brachte der Blick hinter die Waschmaschine Erschreckendes zum Vorschein.

Auf dem PVC-Boden war eine kleine Pfütze Wasser zu sehen. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass die Dichtung zwischen dem Schlauch der Waschmaschine und dem Wasserhahn undicht war.

Allerdings gerade mal so viel, dass nur sehr wenig Wasser ausgetreten ist. Also: Waschmaschine abrücken, abtrocknen – fertig? Von wegen!

Wasserschaden

An der Wand hinter der Waschmaschine war Schimmel zu sehen. Also mussten wir der Sache auf den Grund gehen.

Zunächst haben wir den Raum leer geräumt. Ein Blick unter den PVC-Boden ergab, dass das Wasser schon eine ganze Weile ausgetreten sein muss und sich seine Wege bahnte.

Es stellte sich heraus: Die Fußboden-Konstruktion samt Auflage mit einer OSB-Platte war nass. Dies war der richtige Zeitpunkt, sich mit unserer Versicherung in Verbindung zu setzen.

 

alles nass

An dieser Stelle hätte man noch hoffen können, dass der Wasserschaden nur oberflächlich ist. Und wäre es ein klassischer Fußbodenaufbau mit schwimmendem Estrich gewesen, dann hätten wir darauf setzen können, dass die Wandanschlüsse dicht sind und kein Wasser unter den Estrich gelangt ist.

So entfernten wir ein Stück des Fußbodens und wussten fix: Auch die Fußboden-Unterkonstruktion war pitschnass.

 

 

auch die Wand ist feucht

Also haben wir den gesamten Fußboden entfernt. Bei solchen Arbeiten sind Arbeitskleidung, Handschuhe und Atemschutz angesagt.

Übrigens: Nicht nur der Fußboden war nass! Auch die Wand hinter der Waschmaschine, die aus Kalksandstein besteht, war feucht. Ein Feuchtigkeitsmessgerät zeigte 34 % an. Da konnte man nicht mehr hoffen, dass die Feuchtigkeit einfach so verschwindet.

Wir hatten auf die Kalksandsteinwand Gipskarton geklebt, um uns das Verputzen zu sparen. Der musste nun bis zu einer Höhe von ca. 100 cm entfernt werden.

 

Trocknung nach dem Wasserschaden

Nun ließ sich kurzfristig kein Handwerker finden - die meisten, die wir kennen, hatten genug zu tun. So haben wir das Ausbauen des Fußbodens und das Entfernen der Gipskartonplatten selbst erledigt. Jetzt brauchten wir einen Bautrockner. Flux bei Google gesucht und erkannt, dass sich ein Bautrockner ganz einfach tageweise anmieten lässt. In Berlin und Brandenburg bietet K+K Bautrockner zur Miete an. Aber auch in München, Köln oder Hamburg gibt es solche Mietangebote für Bautrockner. Diesen Bautrockner haben wir 3 Tage durchlaufen lassen. Oberflächlich war das Ganze nun schon deutlich trockener.

Da es aber nun auch darum ging, den Fußboden neu zu machen, haben wir uns weiter auf die Suche nach einem geeigneten Bauunternehmen gemacht. Zwei Tage nach dem ersten Telefonkontakt kam auch schon jemand, um den Schaden aufzunehmen und die Arbeiten abzusprechen. Ein Kostenvoranschlag wurde für den nächsten Tag angekündigt.

Estrich und neue Vorwandinstallation

Der Handwerker hat einen Kostenvoranschlag erstellt, den wir beim Versicherer eingereicht haben. Nach der Zusage des Versicherers hat der Handwerker im Hauswirtschaftsraum Estrich verlegt. Dieser war sehr schnell trocken.

Vor dem Schaden, waren die Wasserleitungen auf Putz verlegt und wir mussten den Gipskarton bis zu einer Höhe von 100 cm entfernen. Nun bot es sich an, die Wasserleitungen und die Elektroinstallation hinter einer Vorwand zu verstecken. Wir haben diese Vorwand aus OSB gebaut. Vor dem Fliesen verlegen, haben wir die Platten grundiert und mit einem Dichtanstrich versehen.

 

Fliesen auf OSB Platten

Nun konnten wir die Fliesen an der Wand verlegen. Die passenden Löcher für die Elektrodosen haben wir zuvor mit einer Bohrkrone herausgeschnitten. Mit flexiblem Fliesenkleber war die relativ kleine Fläche schnell gefliest.

Da die Wand vorher auch nicht gefliest war, haben wir es selbst gemacht. Handwerker-Kosten würden hier von der Versicherung sicher nicht übernommen.

Bodenfliesen am Bodenablauf

Die Fliesen auf dem Fußboden haben wir ebenfalls selbst verlegt. Gut, dass der Handwerker das Gefälle zum Bodenablauf bereits beim Einbringen des Estrichs berücksichtigt hatte.

Mit flexiblem Fliesenkleber ging es dann ans Bodenfliesen verlegen. Nach Aushärtung des Fliesenklebers wurden Wand- und Bodenfliesen noch mit einem Fugenmörtel verfugt.

 

Wasserschaden-behoben

Nun hatten wir den Wasserschaden behoben. Im Ergebnis sieht das Ganze besser aus als vor dem Wasserschaden. Nun reichten wir die Rechnungen und eine Abrechnung der selbst geleisteten Stunden bei der Versicherung ein.

Natürlich kann man dabei das "Plus" (Fliesen statt PVC) der Versicherung nicht in Rechnung stellen.

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