Abwasserrohre verlegen & Gefälle richtig berechnen
Entwässerung und neue Fundamente im Fachwerkhaus
Dort, wo neue Wände geplant waren sowie an den zukünftigen Standorten von Schornstein und Kachelofen (damals war noch ein Kachelofen vorgesehen), wurden neue Streifenfundamente angelegt. Die Gräben wurden entsprechend der Ausbauplanung ausgehoben. Da der gewachsene Lehmboden fest genug war, musste nicht extra eingeschalt werden – die Gräben wurden direkt mit Beton verfüllt.
Vor dem Einbringen der Beton-Sohlplatte müssen sämtliche Unterputz- und Erdreich-Installationen abgeschlossen sein. Nachträgliche Stemmarbeiten in der Betonplatte wären extrem aufwendig. Daher wurden die Grundleitungen für Küche und Bad strikt nach dem Entwässerungsplan verlegt. Je präziser die Planung im Vorfeld ist, desto weniger Fehler unterlaufen beim Trassenverlauf.
Ein eventueller späterer Dachausbau wurde bei der Dimensionierung ebenso berücksichtigt wie die notwendige Rohrbe- und entlüftung über das Dach. Zum fachgerechten Verlegen der Abwasserrohre wurden Gräben ausgehoben und ein gleichmäßiges Sandbett eingebracht, auf dem die Leitungen spannungsfrei aufliegen.
Richtiges Gefälle & Rohrdurchmesser (DN) beachten
Besonderes Augenmerk liegt auf dem richtigen Gefälle. Die Annahme „Je steiler das Gefälle, desto besser der Abfluss“ ist falsch. Fließt das Spülwasser zu schnell ab, schwimmt das feste Spülgut nicht mehr mit und es entstehen Verstopfungen im Rohr. Ein Mindestgefälle von ca. 2 cm pro Meter (2 %) sollte konstant eingehalten werden.
Auch die Wahl der passenden Nennweite (DN) ist entscheidend:
- DN 50 / DN 70: Ausreichend für Einzelanschlüsse wie Waschbecken, Dusche oder Bidet.
- DN 100: Zwingend erforderlich für WCs und Sammelleitungen.
- DN 150: Standard für Grundleitungen unter dem Gebäude im Erdreich (bei uns weiter führend zur Kläranlage).
Abwasserrohre dürfen sich in Fließrichtung niemals verjüngen. Beim Zusammenstecken der Rohre werden die Gummidichtungen und Einsteckenden mit speziellem Gleitmittel eingefettet, damit das Rohr ohne Beschädigung oder Verrutschen des Dichtrings in die Muffe gleitet. Selbst zugeschnittene Rohrenden müssen zuvor mit einer Raspel oder Feile im 45°-Winkel angefast werden.
Häufige Fragen (FAQ) zu Abwasserrohren
Wie viel Gefälle benötigt eine Abwasserleitung unter der Sohlplatte?
Ein Mindestgefälle von ca. 2 cm pro Meter (2 %) ist optimal. Ein zu starkes Gefälle führt dazu, dass das Wasser zu schnell abfließt und feste Bestandteile im Rohr liegen bleiben.
Welche Rohrdurchmesser (DN) werden für Sanitär und WC verwendet?
Für Waschbecken und Duschen reichen Nennweiten von DN 50 bzw. DN 70 aus. Für WCs ist mindestens DN 100 erforderlich, als Sammel- und Grundleitung im Erdreich wird mindestens DN 150 eingesetzt.
Warum müssen Abwasserrohre im Sandbett verlegt werden?
Das Sandbett schützt die Kunststoffrohre vor punktueller Belastung durch scharfkantige Steine im Lehm- oder Erdreich und sorgt für ein gleichmäßiges Anliegen ohne Durchhängen.