Fundamente innen sanieren – Horizontale Feuchtigkeitssperre einbauen

Tipp vom Experten: Das Anheben von Fachwerkwänden und das sichere Abstützen derselben überlässt man am besten dem erfahrenen Fachmann, da hier enorme Lasten bewegt werden.

Innenfundamente freilegen und verstärken

Nachdem die Gefache aus den Innenwänden und die alten Fußböden entfernt waren, konnten die Fundamente unter den Innenwänden genau begutachtet werden.

Die Holzschwellen lagen ursprünglich lediglich auf Behelfsfundamenten aus kleinen Feldsteinen. Um die Tragfähigkeit dieser Fundamente für die Zukunft sicherzustellen, mussten sie systematisch ausgebessert und verbreitert werden. Hierzu wurden die Fundamente zunächst Stück für Stück freigelegt. Lose Steinteile, Bauschutt und Dreck wurden gründlich entfernt.

Freigelegtes Innenfundament mit Betonierung unter der Fachwerkschwelle
Saniertes Innenfundament mit Betonschalung

Fachwerkwand anheben & PE-Folie unterziehen

Da für sämtliche Wände eine durchgehende horizontale Feuchtigkeitssperre vorgesehen war, musste zwischen der Holzzschwelle und dem Stein- bzw. Betonfundament eine robuste PE-Folie eingebracht werden.

Um die Folie unter der Schwelle platzieren zu können, musste die Last von der Holzschwelle genommen werden. Dazu wurde der entsprechende Wandabschnitt mit Hydraulikhebern um etwa 5 mm angehoben und mit soliden Kanthölzern abgestützt.

Anschließend ließ sich die PE-Folie problemlos unter der Schwelle herziehen. Nach dem Auslegen der Sperrschicht wurde eine Schalung um das Fundament gebaut und diese vollständig mit Beton ausgefüllt und verdichtet.

Schematische Skizze zur Feuchtigkeitssperre unter der Schwelle
Schematischer Schnitt: Schwelle, Folie & Betonfundament

Funktionsprinzip der horizontalen Feuchtigkeitssperre

Das Erdreich, in dem die Fundamente gründen, weist je nach Witterung und Jahreszeit eine unterschiedliche Feuchtigkeit auf. Diese Nässe kommt nicht von oben, sondern zieht direkt aus dem Untergrund hoch.

Ein anschaulicher Vergleich: Steckt man ein Trockentuch zur Hälfte in ein Wasserglas, kriecht das Wasser durch die Kapillarwirkung rasch auch in den Bereich, der gar nicht im Wasser steht. Schimmelbildung und feuchte Wände im Altbau haben ihre Ursache sehr häufig in einer fehlenden oder zerstörten Abdichtung gegen das Erdreich.

Da in unserem Fall nur ein einzelner Raum unterkellert ist, muss die gesamte Fußbodenfläche inklusive der Fundamente innen und außen horizontal gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt werden. Die hier genutzte PE-Folie ist in verschiedenen Breiten erhältlich. Ihre Bahnen lassen sich später mithilfe von Quellschweißmittel absolut wasserdicht miteinander verschweißen, sodass eine lückenlose Wanne entsteht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist eine horizontale Feuchtigkeitssperre im Fundament so wichtig?

Feuchtigkeit kriecht durch Kapillarwirkung aus dem Erdreich in das Mauerwerk nach oben. Eine horizontale Feuchtigkeitssperre unterbricht diesen Transport und schützt Schwellen und Wände wirksam vor Schimmel und Fäulnis.

Darf man eine Fachwerkwand selbst anheben?

Das Anheben und fachgerechte Abstützen von tragenden Fachwerkwänden erfordert statisches Fachwissen und spezialisiertes Werkzeug. Diese Arbeit sollte idealerweise von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden.

Benötigte Werkzeuge & Materialien

  • Hydraulikheber / Schwerlastheber
  • Abstützstempel & massive Kanthölzer
  • Schaufel, Pickel & Reinigungswerkzeug
  • Schalungsholz & Schraubzwingen
  • Betonmischer / Mörtelkübel
  • Starke PE-Folie (Horizontalsperre)
  • Quellschweißmittel für PE-Folien
  • Fertigbeton (Kies, Zement, Wasser)