Fachwerk / Wärmedämmung Außenwände / Dampfdiffusion

Dampfbremse oder Dampfsperre? Fachwerkrenovierung und Dampfdiffusion.

Ein entscheidender und besonders kritischer Faktor bei der Wärmedämmung von Fachwerkwänden ist die Dampfdiffusion. Ganz verkürzt lässt sich die Problematik wie folgt beschreiben: Bei Temperaturunterschieden zwischen beheizten Räumen und dem Außenbereich „wandert“ Feuchtigkeit durch die Außenwand von innen nach außen. An einer bestimmten Stelle der Wand verliert die Feuchtigkeit aufgrund der Temperaturveränderung ihre gasförmige Form und schlägt sich dort als Wasser nieder. Schlägt sich das Wasser innerhalb der Dämmschicht nieder, wird die Dämmwirkung verschlechtert. Zwischen dem Ständerwerk und einem festen Bauteil (Stein oder Dämmung) hat dieses Wasser zerstörerische Wirkung.

Eine Möglichkeit ist, den Tauwasseranfall durch den Einbau einer Dampfsperre zu verhindern. In den Innenräumen anfallende Feuchtigkeit muss dann durch häufiges und intensives Lüften verringert werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Dampfbremse einzusetzen. Die Außenwand bleibt so diffusionsoffen, die im Bauteil anfallende Feuchtigkeit wird verringert, muss aber auch die Möglichkeit haben zu verdunsten. Zugunsten des Raumklimas haben wir uns für die zweite Variante entschieden.

Das Verhalten des Tauwassers in der Außenwand muss in jedem Fall unbedingt von einem Fachmann berechnet werden. Fehler im Schichtaufbau, falsche Dämmstärken und -materialien oder fehlende Belüftung können für das Ständerwerk katastrophale Folgen haben und auf Dauer die Standsicherheit des gesamten Gebäudes gefährden.

Berechnung und Belüftung

Die Berechnung der Dampfdiffusion für die hier gewählte Dämmung ergab folgendes Ergebnis:

Grafische Berechnung der Dampfdiffusion für die Fachwerkwand

Die ausreichende Belüftung durch die Luftschicht wurde dadurch sichergestellt, dass in die Ausmauerung der oberen und unteren Gefache Lüftungssteine integriert wurden.

Anleitung: Dampfdiffusion bei der Fachwerksanierung steuern

  • 1. Fachgerechte Berechnung: Lassen Sie den Tauwasseranfall und die Dampfdiffusion vorab zwingend von einem Fachmann berechnen.
  • 2. Dampfbremse wählen: Setzen Sie auf eine diffusionsoffene Dampfbremse statt einer reinen Sperre, um das Raumklima zu schützen.
  • 3. Hinterlüftung sicherstellen: Integrieren Sie Lüftungssteine in obere und untere Gefache, um Feuchtigkeit abzuführen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Dampfdiffusion

Was ist der Unterschied zwischen Dampfbremse und Dampfsperre?

Eine Dampfsperre verhindert den Tauwasseranfall komplett, erfordert jedoch sehr intensives Lüften. Eine Dampfbremse lässt die Außenwand diffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit kontrolliert entweichen und verdunsten kann.

Warum ist die Berechnung der Dampfdiffusion so wichtig?

Fehler im Schichtaufbau oder falsche Dämmstärken können zu katastrophalem Tauwasserausfall im Ständerwerk führen und die Standsicherheit des Gebäudes gefährden.